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20.07.10 – Stephan Grigat: Iran im Weltsystem – Bündnisse des Regimes und Perspektiven der Freiheitsbewegung

Vortrag und Disskusion um 20:15Uhr im H6 (Universität Regensburg)

Stephan Grigat

Buchvorstellung und Vortrag

Hätte das iranische Regime nicht 30 Jahre lang Unterstützung aus Europa, Russland und einer Reihe semiperipherer Dritte-Welt-Staaten erhalten, und hätten seine Gegner nicht über Dekaden versucht, mit ihm zu verhandeln und es zu beschwichtigen, würde es heute wohl nicht mehr existieren.
Als eines der maßgeblichen Schwellenländer und eine regionale Großmacht war die “Islamische Republik Iran“ in den letzten 30 Jahren ein wichtiger Bestandteil der globalen Machtstruktur, dem von zentralen Akteuren der Weltpolitik mal mit Appeasementpolitik, mal mit offener Kollaboration begegnet wurde.

Stephan Grigat, Lehrbeauftragter für Politikwissenschaft an der Universität Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bündnisses STOP THE BOMB;
war Forschungsstipendiat in Tel Aviv und hat an der Freien Universität Berlin promoviert, Herausgeber von “Feindaufklärung und Reeducation.
Kritische Theorie gegen Postnazismus und Islamismus“ (ça ira 2006), Mitherausgeber von “Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer“ (Studienverlag 2008), Autor von “Fetisch und Freiheit – Über die Rezeption der Marxschen Fetischkritik, die Emanzipation von Staat und Kapital und die Kritik des Antisemitismus“ (ca ira 2007), Beiträge u.a. in Die Presse, Der Standard, Wiener Zeitung, Jungle World, Konkret und Der Tagesspiegel

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Solidarität mit der Oppositionsbewegung im Iran!

Geplante Kundgebung am 03.07.2009 von 12-17 Uhr auf dem Haidplatz in Regensburg (Reden um 15 Uhr)

Seit dem 12. Juni 2009, dem Tag der Präsidentschaftswahl im islamischen Gottesstaat Iran befinden sich tausende Oppositionelle auf den Straßen. Nicht nur in Teheran, sondern auch in vielen kleineren Städten und selbst in ländlichen Regionen finden Demonstrationen und Protestaktionen statt.

Der Auslöser für diese Proteste ist zweifelsohne der offensichtliche Wahlbetrug der Machthaber rund um Präsident Ahmadinejad. Die Beweggründe für die Oppositionellen liegen jedoch tiefer, so unterstützen auch bei weitem nicht alle DemonstrantInnen den vermeintlichen Reformkandidaten Mousavi. Denn allein die Tatsache dass dieser durch den Wächterrat zu den so genannten Wahlen zugelassen wurde macht deutlich, dass er Teil des religiös-autoritären Establishment des islamischen Gottesstaates ist.

Ein relevanter Teil der DemonstrantInnen spricht sich vielmehr gegen den islamischen Gottesstaat als solchen aus. Denn dieser bedeutet systematische Gewalt gegen Frauen, Verfolgung und Ermordung von Homosexuellen, Benachteiligung von religiösen und nationalen Minderheiten, ein für alle Menschen in der Region hochgefährliches Atomwaffen-programm sowie die brutale Unterdrückung jedweder Opposition.

Diese Verfolgung oppositioneller Kräfte wird in Teilen erst durch den Handel mit deutschen und europäischen Firmen möglich. So lieferten in der Vergangenheit beispielsweise Firmen wie Nokia und Siemens technische Überwachungsmittel welche jetzt zur Überwachung der Telefon- und Internetdienste verwendet werden.

Der momentane Kampf der Opposition gegen die Machteliten des Landes ist die erste weltweit wahrgenommene Auseinandersetzung im Iran seit vielen Jahren. Trotz brutaler Repression durch Sittenwächter, Polizei, Revolutionsgarden und andere finden im Iran jedoch regelmäßig soziale Kämpfe statt. So kam es in den letzten Jahren häufiger zu Streiks, Frauendemonstrationen sowie Studenten-protesten mit hochschul- und allgemeinpolitischen Forderungen.

StudentInnen spielen innerhalb der Demokratisierungsbewegung im Iran traditionell eine sehr wichtige Rolle. So kam es beispielsweise im Juli 1999 als Reaktion auf die Schließung mehrerer liberaler Zeitungen zu Studentenprotesten für Presse- und Meinungsfreiheit. Diese wurden brutal niedergeschlagen. Tausende wurden verhaftet, hunderte verletzt und gefoltert und viele ermordet. Auch bei den aktuellen Protesten gab es schon eine Vielzahl von Verletzten und Toten.

Wir fordern deshalb:


– Solidarisieren Sie sich mit der Oppositionsbewegung im Iran. Öffentlichkeit und internationale Solidarität schaffen ein Stück weit Sicherheit für die iranische Opposition.


– Fordern Sie PolitikerInnen dazu auf, darauf hinzuwirken dass Deutschland und die EU die Wahl im Iran nicht anerkennen und sich mit den DemonstrantInnen solidarisieren.


– Verlangen Sie von deutschen Firmen alle Geschäfte zu stoppen die das iranische Regime stützen und der Opposition schaden.


– Unterstützen Sie den Kampf der iranischen Opposition für Menschenrechte, individuelle Freiheit, Geschlechtergleichheit und eine säkulare Gesellschaft.

Solidarität mit der iranischen Opposition – Nieder mit der islamischen Republik!

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Linktipps

Für aktuelle Informationen über die Situation im Iran verweisen wir auf die beiden Blogs

Free Iran Now! und Iran Baham

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wir verweisen hier auf eine Veranstaltung der Katholischen Hochschulgemeinde Regensburg:

„Wir sind Iran!“
Jugendprotest und digitaler Widerstand in der Islamischen Republik

Arian Fariborz, Islamwissenschaftler, iranisch-stämmiger Publizist, Redakteur des Internet-Portals „Qantara“

Montag, 06. Juli, 19.30 h

Café der KHG,
Weiherweg 6a

Die jüngsten Unruhen im Iran als Folge des umstrittenen Präsidentschaftswahlsiegs von Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad haben der Weltöffentlichkeit deutlich vor Augen geführt, dass sich bereits seit langem Widerstand gegen die politische Herrschaft der Mullahs regt.
Träger des Protests gegen die Staatsmacht waren – wie schon während der iranischen Studentenrevolte von 1999, die vom Regime blutig niedergeschlagen wurde-, erneut vor allem junge Menschen in den Städten des Landes – eine Generation, die mit den ursprünglichen Werten der Islamischen Republik von vor 30 Jahren kaum noch etwas verbindet, politisch aufbegehrt, aber keiner organisierten Oppositionsbewegung angehört.
Was Irans junge Generation eint, ist ihr Widerstand gegen den islamischen Despotismus und der Ruf nach Freiheit in einem autoritären Staat, in dem öffentliche Kontrolle und gesellschaftliche Gängelung an der Tagesordnung stehen. Vielfältig kommunikativ, kreativ und modern zugleich manifestiert sich dieser Widerstand – ob per SMS, Twitter oder auch in digitalen Tagebüchern der persischen Blog-Community, auch „Weblogistan“ genannt.
Diese Formen des Widerstandes sowie die Auswirkungen der Unruhen auf die junge iranische Generation sollen auf diesem Abend beleuchtet und diskutiert werden.

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